Montenegro oder Schwarze Berge???
Montenegro bedeutet wörtlich übersetzt „Schwarzer Berg“, während der Landesname Crna Gora mit „schwarzes Gebirge“, „schwarzes bewaldetes Gebirge“ oder „schwarzer
Wald“ übersetzt werden kann. Die internationale Bezeichnung Montenegro stammt nicht aus dem Italienischen − der Name müsste sonst Montenegro lauten − sondern aus dem Venetischen. Im Österreich-Ungarn
des 19. Jh. sagte man auch Schwarzenberg.
Das in Südosteuropa an der Adria gelegene Montenegro ist seit dem 3. Juni 2006 wieder unabhängig.
Der Balkanstaat ist mit etwa 622.000 Einwohnern (Volkszählung 2003: 620.145) und einer Fläche von 13.812 km² einer der kleineren Staaten Europas.
Die Hauptstadt ist Podgorica.
Montenegro ist Mitglied der Vereinten Nationen, der OSZE und des Europarates. Zudem wird der Beitritt zur Europäischen Union und zur NATO angestrebt.
Montenegro gliedert sich nach naturräumlichen Kriterien in drei Teile: (1) in die adriatische Küstenzone, (2) in das Kalkhochland und (3) in das ostmontenegrinische Schiefergebirge.
Der Balkanstaat ist mit etwa 622.000 Einwohnern (Volkszählung 2003: 620.145) und einer Fläche von 13.812 km² einer der kleineren Staaten Europas.
Die Hauptstadt ist Podgorica.
Montenegro ist Mitglied der Vereinten Nationen, der OSZE und des Europarates. Zudem wird der Beitritt zur Europäischen Union und zur NATO angestrebt.
Montenegro gliedert sich nach naturräumlichen Kriterien in drei Teile: (1) in die adriatische Küstenzone, (2) in das Kalkhochland und (3) in das ostmontenegrinische Schiefergebirge.
Naturräumlichkeiten
In Nord-Süd-Richtung erstreckt sich Montenegro etwa 200 km, in Ost-Westrichtung bis zu 160 km. Die 280 km lange Küstenzone ist schmal und durch eine über 1000 m hohe
Steilstufe vom Hinterland getrennt. Das mediterrane Klima der Küstenzone zeichnet sich durch milde und regenreiche Winter aus, im Sommer ist es heiß und trocken.
In den zahlreichen Buchten (z. B. Boka kotorska) liegen kleine Hafenstädte (Kotor, Budva, Bar u. a.). Vor dem Küstengebiet erhebt sich der Gebirgszug Lovćen (1750 m ü. d. M.). Hier fallen im Jahr (über 2000 mm) Niederschläge, dies v. a. in den Sommermonaten. Das Kalkhochland zwischen 900 m und 1200 m nimmt den größten Teil des Landes ein. Im Zentrum dieses stark verkarsteten Gebietes liegt das Becken um Nikšić (Nikšić polje, ca. 650 m ü. d. M.).
Das Hochland als Teil der südlichen Dinariden steigt gegen Nordosten bis auf 1800 m ü. d. M. an und wird von kleinen schroffen Kalkmassiven wie z. B. Durmitor (Bobotov Kuk 2522 m) überragt. Schneereiche raue Winter und gemäßigte Sommer kennzeichnen den nördlichen Teil des Hochlandes, das wald- und wasserarm ist und zahlreiche Zisternen aufweist. An das Becken von Nikšić reicht vom Skutarisee her das Tal des Flusses Zeta heran.
Die montenegrinische Hauptstadt Podgorica liegt in einer sich nördlich an den Skutarisee anschließender Tiefebene. Im waldreichen ostmontenegrinischen Schiefergebirge liegen in den beckenartigen Ausweitungen des Flusses Ceotina kleinere Städte wie Kolašin oder Andrijevica, sonst ist es ein flussreiches Gebiet (außer Ceotina Einzugsgebiet von Tara, Lim) mit Hochweiden. Es steigt im Gebirge Komovi nochmals an (höchste Erhebung Kom Kučki, 2884 m hoch).
Im Süden M. liegen die schroffen Kämme der Albanischen Alpen, die das Land gegen Albanien abgrenzen (der höchste Gipfel liegt in Albanien). Die nordwärts fließenden Flüsse Tara, Piva, Lim, Ibar und Ceotina entwässern zum Schwarzen Meer, Morača, Zeta, Cijevna (serb., alban. Cem), Bojana (alban. Buna) fließen in die Adria. Tara hat ein Flussbett hauptsächlich aus weichem Kalkstein. Jahrhunderte lange Erosion ließ dort die zweittiefste Schlucht der Welt entstehen (UNESCO-Weltnaturerbe).
In den zahlreichen Buchten (z. B. Boka kotorska) liegen kleine Hafenstädte (Kotor, Budva, Bar u. a.). Vor dem Küstengebiet erhebt sich der Gebirgszug Lovćen (1750 m ü. d. M.). Hier fallen im Jahr (über 2000 mm) Niederschläge, dies v. a. in den Sommermonaten. Das Kalkhochland zwischen 900 m und 1200 m nimmt den größten Teil des Landes ein. Im Zentrum dieses stark verkarsteten Gebietes liegt das Becken um Nikšić (Nikšić polje, ca. 650 m ü. d. M.).
Das Hochland als Teil der südlichen Dinariden steigt gegen Nordosten bis auf 1800 m ü. d. M. an und wird von kleinen schroffen Kalkmassiven wie z. B. Durmitor (Bobotov Kuk 2522 m) überragt. Schneereiche raue Winter und gemäßigte Sommer kennzeichnen den nördlichen Teil des Hochlandes, das wald- und wasserarm ist und zahlreiche Zisternen aufweist. An das Becken von Nikšić reicht vom Skutarisee her das Tal des Flusses Zeta heran.
Die montenegrinische Hauptstadt Podgorica liegt in einer sich nördlich an den Skutarisee anschließender Tiefebene. Im waldreichen ostmontenegrinischen Schiefergebirge liegen in den beckenartigen Ausweitungen des Flusses Ceotina kleinere Städte wie Kolašin oder Andrijevica, sonst ist es ein flussreiches Gebiet (außer Ceotina Einzugsgebiet von Tara, Lim) mit Hochweiden. Es steigt im Gebirge Komovi nochmals an (höchste Erhebung Kom Kučki, 2884 m hoch).
Im Süden M. liegen die schroffen Kämme der Albanischen Alpen, die das Land gegen Albanien abgrenzen (der höchste Gipfel liegt in Albanien). Die nordwärts fließenden Flüsse Tara, Piva, Lim, Ibar und Ceotina entwässern zum Schwarzen Meer, Morača, Zeta, Cijevna (serb., alban. Cem), Bojana (alban. Buna) fließen in die Adria. Tara hat ein Flussbett hauptsächlich aus weichem Kalkstein. Jahrhunderte lange Erosion ließ dort die zweittiefste Schlucht der Welt entstehen (UNESCO-Weltnaturerbe).
Flora, Fauna, Aqua und Sapiens
In Montenegro gibt es wenige große Seen. Zu erwähnen sind der teilweise in Albanien liegende Skutarisee (369,7 km², davon 221,8 km² in Montenegro), Saško jezero
(3,64 km²) und Plavsko jezero (1,99 km²). Beliebte Ausflugsziele sind auch die Berg- und Gletscherseen (Gorsci oci, „Augen des Berges“, Crno jezero oder Zminje jezero). Montenegro hat. vier
Nationalparks mit einer Gesamtfläche von etwa 730 km²: Durmitor, Lovčen, Biogradska gora, Basen Skadarskog jezera (Skadar See).
Etwa ein Drittel des Landes ist bewaldet, in den höheren Regionen v. a. mit Laubwald (Eichen, Ulmen, Eschen, Ahorn u. a.). Im Küstensaum findet sich mediterrane (Oliven- und Zitronenbäume, Palmen, Agaven und Zypressen) und auch subtropische Vegetation mit immergrünen Wäldern und Macchien. In den nun verkarsteten Zonen wuchsen ehemals Eichen und Zypressen. Zwischen den Flüssen Tara und Lim liegt der „Biogradska Wald“ (Biogradska gora), einer der letzten Urwälder Europas. Im Nationalpark Durmitor gibt es über 400 Jahre alte schwarze Pinienwälder (Crna Poda). Aufgrund der dünnen Besiedlung und den damit vorhandenen Freiräumen sowie den günstigen klimatischen Verhältnissen konnte sich eine artenreiche Pflanzen- und Tierwelt erhalten. Braunbären, Füchse, Wölfe, Luchse finden geeignete Lebensräume. Am Skutarisee, der zu den fischreichsten Binnengewässern im Balkanraum zählt, liegt ein Vogelreservat, das als Rastplatz für Zugvögel von großer Bedeutung ist.
Montenegro ist mit einer Bevölkerungsdichte von 44,9 Personen pro km² nur dünn besiedelt. Mehr als die Hälfte der Einwohner wohnt in städtischen Zentren, wobei in der Hauptstadt mehr als ein Fünftel (22,0 %) der Gesamtbevölkerung lebt. Allgemein kann gesagt werden, dass die nordöstlichen Gebiete dichter und die zentralen und südwestlichen Teile weniger dicht besiedelt sind.
Etwa ein Drittel des Landes ist bewaldet, in den höheren Regionen v. a. mit Laubwald (Eichen, Ulmen, Eschen, Ahorn u. a.). Im Küstensaum findet sich mediterrane (Oliven- und Zitronenbäume, Palmen, Agaven und Zypressen) und auch subtropische Vegetation mit immergrünen Wäldern und Macchien. In den nun verkarsteten Zonen wuchsen ehemals Eichen und Zypressen. Zwischen den Flüssen Tara und Lim liegt der „Biogradska Wald“ (Biogradska gora), einer der letzten Urwälder Europas. Im Nationalpark Durmitor gibt es über 400 Jahre alte schwarze Pinienwälder (Crna Poda). Aufgrund der dünnen Besiedlung und den damit vorhandenen Freiräumen sowie den günstigen klimatischen Verhältnissen konnte sich eine artenreiche Pflanzen- und Tierwelt erhalten. Braunbären, Füchse, Wölfe, Luchse finden geeignete Lebensräume. Am Skutarisee, der zu den fischreichsten Binnengewässern im Balkanraum zählt, liegt ein Vogelreservat, das als Rastplatz für Zugvögel von großer Bedeutung ist.
Montenegro ist mit einer Bevölkerungsdichte von 44,9 Personen pro km² nur dünn besiedelt. Mehr als die Hälfte der Einwohner wohnt in städtischen Zentren, wobei in der Hauptstadt mehr als ein Fünftel (22,0 %) der Gesamtbevölkerung lebt. Allgemein kann gesagt werden, dass die nordöstlichen Gebiete dichter und die zentralen und südwestlichen Teile weniger dicht besiedelt sind.
Ethnien
Seit 1981 verschob sich die ethnische Zusammensetzung gravierend. 1981 gaben noch 68,5 % an Montenegriner zu sein, 43,2 % waren es 2003.
Der Anteil an Serben stieg von 3,3 % auf 32,0 % an. Hingegen verringerte sich die Zahl der Bosnier von 13,4 % (1981 noch als „Muslime“ gezählt) auf 7,8 %. Lediglich die albanische Minderheit blieb in ihrer Größenordnung fast gleich.
Die Albaner wohnen vorwiegend in den Grenzregionen zu Albanien und dem Kosovo mit den Städten Tuzi und Ulcinj, die Bosnier vorwiegend im Norden des Landes. Dabei ist zu berücksichtigen, dass der ethnischen Zugehörigkeit keine klaren Unterscheidungsmerkmale unterliegen. Sehr oft deklarieren sich „Montenegriner“ als Teil des serbischen Volkes, ein ähnliches Phänomen gibt es bei den Bosniern, die sich – nach ihrer Nationalität befragt – als Muslime bezeichnen.
Über drei Viertel der Bevölkerung sind orthodoxe Christen, die aber unter sich in zwei Kirchen gespalten sind. 1993 wurde die „Montenegrinische Orthodoxe Kirche“ (Crnogorska Pravoslavna Crkva) gegründet, die aber von der „Serbisch Orthodoxen Kirche“ (Srpska pravoslavna crkva) wie auch von der orthodoxen Weltkirche nicht anerkannt wird. Der Anteil der Muslime, die in Küstengebieten leben, liegt bei 1,1 %. Daneben gibt es einige hundert Katholiken und Angehörige protestantischer Kirchen.
Der Anteil an Serben stieg von 3,3 % auf 32,0 % an. Hingegen verringerte sich die Zahl der Bosnier von 13,4 % (1981 noch als „Muslime“ gezählt) auf 7,8 %. Lediglich die albanische Minderheit blieb in ihrer Größenordnung fast gleich.
Die Albaner wohnen vorwiegend in den Grenzregionen zu Albanien und dem Kosovo mit den Städten Tuzi und Ulcinj, die Bosnier vorwiegend im Norden des Landes. Dabei ist zu berücksichtigen, dass der ethnischen Zugehörigkeit keine klaren Unterscheidungsmerkmale unterliegen. Sehr oft deklarieren sich „Montenegriner“ als Teil des serbischen Volkes, ein ähnliches Phänomen gibt es bei den Bosniern, die sich – nach ihrer Nationalität befragt – als Muslime bezeichnen.
Über drei Viertel der Bevölkerung sind orthodoxe Christen, die aber unter sich in zwei Kirchen gespalten sind. 1993 wurde die „Montenegrinische Orthodoxe Kirche“ (Crnogorska Pravoslavna Crkva) gegründet, die aber von der „Serbisch Orthodoxen Kirche“ (Srpska pravoslavna crkva) wie auch von der orthodoxen Weltkirche nicht anerkannt wird. Der Anteil der Muslime, die in Küstengebieten leben, liegt bei 1,1 %. Daneben gibt es einige hundert Katholiken und Angehörige protestantischer Kirchen.
Geschichte Montenegros
Laut byzantinischen Quellen besiedelten Slawen die Balkanhalbinsel Anfang des 7. Jh. Die Bezeichnung „Crna Gora“ bedeutet wörtlich übersetzt „schwarzes Gebirge“ bzw.
„Schwarzwald“ und war in der Vergangenheit als Bezeichnung für waldbedeckte Massive des Dinarischen Gebirges im Hinterland der montenegrinischen Küste gebräuchlich. Die westeuropäische Fassung „Monte
Negro“ rührt von den Venezianern her, die die Herrschaft an der montenegrinischen Küste vom 15. bis zum 18. Jh. inne hatten. Die älteste mittelalterliche Bezeichnung für das Gebiet von M. war Duklja
(nach der römischen Stadt Doclea) und ab dem 11. Jh. verbreitete sich der Name Zeta (nach dem Fluss dieses Namens). Die Bezeichnung Montenegro wurde ab dem 15. Jh. geläufig. Im 11. Jh. erlebte der
Staat Duklja einen bedeutsamen Aufschwung.
Ab dem 12. Jh. geriet er jedoch unter den Einfluss des benachbarten Raška und wurde daraufhin zum Bestandteil des Reiches der Nemanjići. Nach dem Zerfall des Serbischen Reiches kam M. zunächst unter die Herrschaft der Balša-Dynastie (1356–1453), später unter die der Crnojević-Dynastie (1435–99). Deren Herrschaft erstreckte sich über die gebirgigen Gebiete von M., wobei die Küste mit dem Zentrum in Boka Kotorska von der Republik Venedig verwaltet wurde (1420–1797). Mit der Erweiterung des Osmanischen Reichs gegen Ende des 15. Jh. wurde auch Montenegro (das Gebiet der Crnojević-Dynastie) in das Osmanenreich eingegliedert. Dieses Territorium wurde 1499 dem Sandschak von Shkodra angeschlossen, und 1513 wurde mit Sitz in Žabljak ein Sandschak Montenegro gebildet, der aber 1528 im Sandschak Shkodra aufging. Wegen der schwer zugänglichen und passierbaren Gebiete konnten die Osmanen niemals die montenegrinische Bevölkerung in vollem Maße unterjochen, es blieb ihnen ein gewisses Maß an Selbstverwaltung beibehalten. Unter diesen Voraussetzungen wandelte sich Montenegro zur osmanischen Zeit aus einem geografischen Gebiet allmählich in eine besondere politische Einheit um.
Die Vertreter der Petrović Njegoš-Dynastie vereinigte die säkulare und sakrale Macht und betitelten sich ›vladika‹. Unter Danilo I. Petrović (1700–35) begann der Prozess der Vertreibung der muslimischen Bevölkerung aus Montenegro Petar I. Petrović (1782–1830) erkämpfte zwei bedeutungsvolle Siege (Martinići und Krusi, 1796) über türkische Strafexpeditionen. In der Innenpolitik versuchte Petar I. die montenegrinischen Stämme durch Erlass eines Gesetzbuches zu vereinigen (1798 und 1803), in dem u. a. die Sitte der Blutrache untersagt wurde.
Um die Staatsreform war auch sein Nachfolger Petar II. Petrović (1830–51) bemüht, der gleichzeitig einer der größten serbischen und montenegrinischen Dichter ist. Zu Zeiten des Fürsten Danilo II. Petrović (1851–60) wurde in M. die säkulare Herrschaft eingeführt. Montenegro erlangte nach dem großen Sieg über die türkische Armee in der Schlacht bei Grahovac (1858) die Autonomie. M. erreichte 1878 auch die international anerkannte Unabhängigkeit und Gebietserweiterungen im Berliner Friedenskongress. 1905 wurde auch die erste montenegrinische Verfassung verabschiedet und 1910 wurde das Land zum Königreich erklärt.
Während des Ersten Balkankriegs (1912) vergrößerte sich das montenegrinische Gegbiet (Lim und Metohija). Nach dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs (1914) stellte sich König Nikola auf die Seite Serbiens. Einen wichtigen Sieg erkämpfte die montenegrinische Armee gegen die österreichischen Truppen in der Schlacht bei Mojkovac. Im Winter 1918 stürze das sog. „Große Volksparlament“ von Montenegro die Dynastie Petrović-Njegoš und den König Nikola und erklärte am 13.11.1918 die Vereinigung Montenegros mit dem Königreich Serbien.
Ab dem 12. Jh. geriet er jedoch unter den Einfluss des benachbarten Raška und wurde daraufhin zum Bestandteil des Reiches der Nemanjići. Nach dem Zerfall des Serbischen Reiches kam M. zunächst unter die Herrschaft der Balša-Dynastie (1356–1453), später unter die der Crnojević-Dynastie (1435–99). Deren Herrschaft erstreckte sich über die gebirgigen Gebiete von M., wobei die Küste mit dem Zentrum in Boka Kotorska von der Republik Venedig verwaltet wurde (1420–1797). Mit der Erweiterung des Osmanischen Reichs gegen Ende des 15. Jh. wurde auch Montenegro (das Gebiet der Crnojević-Dynastie) in das Osmanenreich eingegliedert. Dieses Territorium wurde 1499 dem Sandschak von Shkodra angeschlossen, und 1513 wurde mit Sitz in Žabljak ein Sandschak Montenegro gebildet, der aber 1528 im Sandschak Shkodra aufging. Wegen der schwer zugänglichen und passierbaren Gebiete konnten die Osmanen niemals die montenegrinische Bevölkerung in vollem Maße unterjochen, es blieb ihnen ein gewisses Maß an Selbstverwaltung beibehalten. Unter diesen Voraussetzungen wandelte sich Montenegro zur osmanischen Zeit aus einem geografischen Gebiet allmählich in eine besondere politische Einheit um.
Die Vertreter der Petrović Njegoš-Dynastie vereinigte die säkulare und sakrale Macht und betitelten sich ›vladika‹. Unter Danilo I. Petrović (1700–35) begann der Prozess der Vertreibung der muslimischen Bevölkerung aus Montenegro Petar I. Petrović (1782–1830) erkämpfte zwei bedeutungsvolle Siege (Martinići und Krusi, 1796) über türkische Strafexpeditionen. In der Innenpolitik versuchte Petar I. die montenegrinischen Stämme durch Erlass eines Gesetzbuches zu vereinigen (1798 und 1803), in dem u. a. die Sitte der Blutrache untersagt wurde.
Um die Staatsreform war auch sein Nachfolger Petar II. Petrović (1830–51) bemüht, der gleichzeitig einer der größten serbischen und montenegrinischen Dichter ist. Zu Zeiten des Fürsten Danilo II. Petrović (1851–60) wurde in M. die säkulare Herrschaft eingeführt. Montenegro erlangte nach dem großen Sieg über die türkische Armee in der Schlacht bei Grahovac (1858) die Autonomie. M. erreichte 1878 auch die international anerkannte Unabhängigkeit und Gebietserweiterungen im Berliner Friedenskongress. 1905 wurde auch die erste montenegrinische Verfassung verabschiedet und 1910 wurde das Land zum Königreich erklärt.
Während des Ersten Balkankriegs (1912) vergrößerte sich das montenegrinische Gegbiet (Lim und Metohija). Nach dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs (1914) stellte sich König Nikola auf die Seite Serbiens. Einen wichtigen Sieg erkämpfte die montenegrinische Armee gegen die österreichischen Truppen in der Schlacht bei Mojkovac. Im Winter 1918 stürze das sog. „Große Volksparlament“ von Montenegro die Dynastie Petrović-Njegoš und den König Nikola und erklärte am 13.11.1918 die Vereinigung Montenegros mit dem Königreich Serbien.
kultureles
Seit dem 18. Jh. war der Hauptsitz des Kulturlebens in Montenegros das Kloster Cetinje. Die Literaturwerke waren vorwiegend Epistel und historische Chroniken. Unter
den Verfassern von Episteln war Petar I. Petrović Njegoš der bekannteste, der auch der Autor des unvollendeten Buches ›Kratka istorija Crne Gore‹ („Kurze Geschichte von Montenegro“) war.
Trotzdem war bis zur Mitte des 19. Jh. die montenegrinische Literatur v. a. mündlich (Sagen, Märchen, Sprüche, Gedichte). Sima Milutinović Sarajlija, ein Serbe bosnischer Abstammung, regte während seines Aufenthalts in Cetinje (1827–30) literarische Tätigkeit an. Er sammelte Volksgedichte und schrieb historische (›Istorija Crne Gore‹) und literarische Werke (›Dika Crnogorska‹, ›Serbijanka‹).
Der literarische Höhepunkt in Montenegro wurde in den Werken von Petar II. Petrović Njegoš erreicht – dem philosophischen Epos ›Luča mikrokozma‹ und dem historischen Epos ›Gorski vijenac‹. In der zweiten Hälfte des 19. Jh. erlangten zwei weitere wichtige Schriftsteller Bedeutung: Stefan Mitrov Ljubiša (1822–78) und Marko Miljanov (1833–1901). Bis zur zweiten Hälfte des 19. Jh. wurden meistens Freskomalerei und Ikonenschreiben gefördert, mit Ausnahme von wenigen Meistern aus Boka Kotorska, die im späten Barockstil malten.
Der erste Jahrgang der modernen einheimischen Maler entfaltete sich Ende des 19. Jh., zu ihm zählten etwa Anastas Bocarić (1864–1944), Špiro Đuranović (1864–1910) und Marko Gregović (1867–1941), der bedeutendste Maler in diesem Zeitraum war Pero Poček (1878–1963). Das Zentrum der montenegrinischen Musikkultur lag in Boka Kotorska (katholische Geistesmusik). Im 19. Jh. wurden erste Musikeinrichtungen aufgebaut (Sängerverband ›Jedinstvo‹ in Kotor 1839, Erste und Zweite montenegrinische Militärmusik 1870 bzw. 1889 sowie das Mädcheninstitut in Cetinje). Die ersten professionellen montenegrinischen Musiker wurden in Prag ausgebildet: Jovan Ivanišević (1860–1889), Aleksa Ivanović (1888–1940) und Jovan Milošević (1895–1959). In Kotor wurde 1808 während der französischen Besatzung das erste säkulare Theater eingerichtet. König Nikola I. unterstützte die Bildung einer ersten montenegrinischen Theatertruppe ›Dobrovoljno diletantsko društvo‹ (1883) in Cetinje. Bis 1896, als das erste zweckmäßige Theatergebäude errichtet wurde (›Zetski dom‹), wurden die Stücke in Privathäusern aufgeführt. Am Anfang des 20. Jh. existierten in Montenegro schon elf Theatergesellschaften.
Trotzdem war bis zur Mitte des 19. Jh. die montenegrinische Literatur v. a. mündlich (Sagen, Märchen, Sprüche, Gedichte). Sima Milutinović Sarajlija, ein Serbe bosnischer Abstammung, regte während seines Aufenthalts in Cetinje (1827–30) literarische Tätigkeit an. Er sammelte Volksgedichte und schrieb historische (›Istorija Crne Gore‹) und literarische Werke (›Dika Crnogorska‹, ›Serbijanka‹).
Der literarische Höhepunkt in Montenegro wurde in den Werken von Petar II. Petrović Njegoš erreicht – dem philosophischen Epos ›Luča mikrokozma‹ und dem historischen Epos ›Gorski vijenac‹. In der zweiten Hälfte des 19. Jh. erlangten zwei weitere wichtige Schriftsteller Bedeutung: Stefan Mitrov Ljubiša (1822–78) und Marko Miljanov (1833–1901). Bis zur zweiten Hälfte des 19. Jh. wurden meistens Freskomalerei und Ikonenschreiben gefördert, mit Ausnahme von wenigen Meistern aus Boka Kotorska, die im späten Barockstil malten.
Der erste Jahrgang der modernen einheimischen Maler entfaltete sich Ende des 19. Jh., zu ihm zählten etwa Anastas Bocarić (1864–1944), Špiro Đuranović (1864–1910) und Marko Gregović (1867–1941), der bedeutendste Maler in diesem Zeitraum war Pero Poček (1878–1963). Das Zentrum der montenegrinischen Musikkultur lag in Boka Kotorska (katholische Geistesmusik). Im 19. Jh. wurden erste Musikeinrichtungen aufgebaut (Sängerverband ›Jedinstvo‹ in Kotor 1839, Erste und Zweite montenegrinische Militärmusik 1870 bzw. 1889 sowie das Mädcheninstitut in Cetinje). Die ersten professionellen montenegrinischen Musiker wurden in Prag ausgebildet: Jovan Ivanišević (1860–1889), Aleksa Ivanović (1888–1940) und Jovan Milošević (1895–1959). In Kotor wurde 1808 während der französischen Besatzung das erste säkulare Theater eingerichtet. König Nikola I. unterstützte die Bildung einer ersten montenegrinischen Theatertruppe ›Dobrovoljno diletantsko društvo‹ (1883) in Cetinje. Bis 1896, als das erste zweckmäßige Theatergebäude errichtet wurde (›Zetski dom‹), wurden die Stücke in Privathäusern aufgeführt. Am Anfang des 20. Jh. existierten in Montenegro schon elf Theatergesellschaften.
